Die Ruhrschifffahrt vor 100 Jahren:
Noch vor gut 100 Jahren war die Ruhr der meistbefahrende Fluß Europas. Lange bevor das Straßennetz ausgebaut war,
und lange bevor Eisenbahnen existierten, waren Schiffe das einzige Transportmittel für die Beförderung von Massengütern.
Und davon gab es an der Ruhr genug: Der Kohlenbergbau des Ruhrgebietes hatte seinen Ursprung in den Seitentälern der
Ruhr, und nichts lag näher, als die riesigen Mengen geförderter Steinkohle zu verschiffen.
Der preußische Staat legte daher zwischen 1776 und 1780 insgesamt 16 Schleusen an und machte die Ruhr damit
durchgängig vom Rhein bis Langschede schiffbar. Die Ruhraaken, mächtige Schiffe von 38-50 m Länge und mit Segeln
versehen, ließen sich bei der Talfahrt von Wasser und Wind treiben. Bei der Bergfahrt wurden sie von Pferden gezogen,
die entlang des Flußlaufes auf Lein- oder Treidelpfaden liefen. Diese mit groben Steinen befestigten Wege sind zum Teil
noch heute erhalten.
1860, auf dem Höhepunkt der Ruhrschifffahrt, brachten 7.032 Schiffe 940.100t Kohle flussabwärts. Zu gleicher Zeit war
jedoch bereits der Niedergang der Ruhrschifffahrt vorherzusehen, denn mit Eröffnung der Bergisch-Märkischen Eisenbahn
1848 gewann der Schienentransport zusehends an Bedeutung. Die Ruhrtalbahn vollendete diese Entwicklung ab 1874.
Das letzte Schiff löschte 1890 in Mülheim seine Ladung.
Blick vom Bergerdenkmal (oberhalb unseres Vereinsgewässers- dem Hammerteich) auf die Ruhr.